
Julz Giuliani
Vom Rapper zum Buchhalter. Vom Buchhalter zum Comedian. Die Goldkette ist geblieben.
Julz Giuliani ist eine wandelnde Gentrifizierung. Zehn Jahre lang versuchte er sich als Rapper, heute hat er Frau, Kinder und einen Job in der Welt der Zahlen. Früher Beats und Backstage, heute Elternsprechtag und Excel – nur der Rap-Film im Kopf ist irgendwie geblieben.
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Und genau da wird es interessant.
Denn Julz ist zu spießig für einen Rapper und gleichzeitig viel zu sehr Rapper, um wirklich als Spießer durchzugehen. Bei ihm treffen Gangsta-Rap und Familienleben, Goldkette und Karriere, Hip-Hop-Ego und deutscher Büroalltag aufeinander. Oder anders gesagt: Während andere irgendwann erwachsen werden, hat Julz offenbar einfach versucht, beides gleichzeitig zu machen.
Nach rund zehn Jahren als – nach eigener Aussage – eher erfolglosem Rapper wechselte der Münchner auf die Stand-up-Bühne. Inzwischen war er unter anderem beim Quatsch Comedy Club, bei NightWash und auf der BAYERN 3 Comedy Stage zu sehen. 2022 stand er im Finale der Quatsch Comedy Hot Shots, 2023 im Halbfinale von NightWash und 2025 auf der Comedy Stage von BAYERN 3.
Sein Material muss er dabei nicht lange suchen. Es steckt in seinem eigenen Leben: zwischen Großraumbüro und Großstadt, Familienalltag und Rapper-Ego, Berufsunfähigkeitsversicherung und Street Credibility.
Denn irgendwann sitzt offenbar jeder ehemalige Rapper beim Elternsprechtag.
Die Frage ist nur: Muss man deshalb aufhören, Gangsta zu sein?
Julz Giuliani sagt: ganz sicher nicht.
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